FAQs


Topic Allgemein

Bei KRAH stehen nicht nur einzelne Komponenten im Fokus, sondern die passende Lösung für die jeweilige Anwendung. Entscheidend sind die technischen Anforderungen des Systems, die Integrationsbedingungen und die gewünschte Performance im realen Betrieb.
Deshalb begleiten wir unsere Kunden von der technischen Definition über die anwendungsspezifische Auslegung bis zur passenden Lösung für den jeweiligen Einsatzbereich. So entstehen flüssigkeitsgekühlte Bremswiderstände, die optimal auf das System, den verfügbaren Bauraum und die thermischen Randbedingungen abgestimmt sind.

Eine kundenspezifische Lösung ist besonders dann sinnvoll, wenn Standardprodukte die Anforderungen nicht vollständig abdecken – zum Beispiel bei:

  • speziellen Spannungs- und Leistungsanforderungen
  • begrenztem Bauraum
  • besonderen mechanischen Schnittstellen
  • anspruchsvollen Umgebungsbedingungen
  • OEM-spezifischen Plattformen
  • projektspezifischen Kühl- und Integrationskonzepten

Gerade im Bereich eMobility, Rail, Marine und Industrie sind individuelle Lösungen häufig der Schlüssel zu einer optimalen Systemperformance.


Thema "Discharge"

Active Discharge bezeichnet die gezielt angesteuerte Entladung der in einem Hochvolt-System gespeicherten Energie, zum Beispiel in DC-Link-Kondensatoren. Ziel ist es, die Spannung nach dem Abschalten des Systems innerhalb einer definierten Zeit auf ein sicheres Niveau abzusenken, um das Risiko eines elektrischen Schlags zu reduzieren.

 

Passive Discharge erfolgt über einen dauerhaft angeschlossenen Widerstand, der die Restladung eines Kondensators kontinuierlich abbaut. Diese Lösung arbeitet ohne aktive Ansteuerung und stellt damit eine permanent verfügbare Entladefunktion bereit.


Ein flüssigkeitsgekühlter Bremswiderstand ist eine elektrische Komponente, die überschüssige Bremsenergie sicher in Wärme umwandelt und diese Wärme über ein Kühlmedium effizient abführt. Im internationalen Umfeld wird diese Lösung häufig als Liquid Cooled Brake Resistor oder Water Cooled Brake Resistor bezeichnet.
Flüssigkeitsgekühlte Bremswiderstände kommen vor allem dort zum Einsatz, wo hohe Leistungen, kompakte Bauformen und ein zuverlässiges Temperaturmanagement erforderlich sind – zum Beispiel in elektrischen Nutzfahrzeugen, Bussen, Schienenfahrzeugen, Marine-Anwendungen oder industriellen Antriebssystemen.

 

Beim Bremsen elektrischer Antriebe wird Energie in den Zwischenkreis zurückgespeist. Wenn diese Energie nicht in das System zurückgeführt oder gespeichert werden kann, muss sie kontrolliert abgebaut werden. Genau hier übernimmt der Bremswiderstand eine zentrale Aufgabe: Er wandelt die überschüssige elektrische Energie in Wärme um.
Bei flüssigkeitsgekühlten Systemen wird diese Wärme über ein Kühlmedium – beispielsweise Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch – aus dem Bauteil abgeführt. Dadurch lässt sich auch bei hohen Lasten eine stabile und zuverlässige Performance erzielen.

In bestimmten Anwendungen ist der Einsatz eines Bremswiderstands nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch erforderlich, um gesetzliche und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Gemäß ECE R13 (Vorschriften für Bremssysteme von Nutzfahrzeugen) müssen elektrische Lkw und Busse auch unter dauerhaften oder verlängerten Bremsbedingungen – beispielsweise bei langen Bergabfahrten – eine zuverlässige Bremsleistung gewährleisten. Diese Anforderung wird als „Dauerbremsleistung“ bzw. „Endurance Braking“ definiert.
In elektrischen und hybriden Fahrzeugen kann die regenerative Bremse diese Aufgabe nicht in allen Fällen vollständig übernehmen – etwa bei hohem Batterieladezustand oder systembedingten Einschränkungen. In solchen Situationen ist ein zusätzliches System erforderlich, um die Bremsenergie sicher abzubauen.
Ein flüssigkeitsgekühlter Bremswiderstand übernimmt genau diese Funktion und gewährleistet:

  • Stabile Bremsleistung auch unter Dauerlastbedingungen
  • Kontrollierte Energieabführung unabhängig vom Batteriezustand
  • Thermische Stabilität bei langen Bremszyklen

Daher sind flüssigkeitsgekühlte Bremswiderstände insbesondere im Bereich schwerer elektrischer Nutzfahrzeuge wie eTruck und eBus häufig ein zentraler Bestandteil, um die Anforderungen an die Dauerbremsleistung gemäß ECE R13 zuverlässig zu erfüllen.
 

Flüssigkeitskühlung ist immer dann besonders sinnvoll, wenn:

  • hohe Bremsleistungen sicher beherrscht werden müssen
  • der verfügbare Bauraum begrenzt ist
  • niedrige Oberflächentemperaturen gefordert sind
  • hohe Umgebungstemperaturen oder harte Einsatzbedingungen vorliegen
  • eine kompakte und leistungsstarke Systemintegration gefragt ist

Im Vergleich zu luftgekühlten Lösungen ermöglicht die Flüssigkeitskühlung eine sehr effiziente Wärmeabfuhr und unterstützt dadurch eine hohe Leistungsdichte bei gleichzeitig kompakter Bauform.
 

Flüssigkeitsgekühlte Bremswiderstände bieten zahlreiche Vorteile für moderne elektrische Antriebssysteme:

  • Hohe Leistungsdichte bei kompakter Baugröße
  • Effiziente Wärmeabfuhr über den vorhandenen Kühlkreislauf
  • Geringere thermische Belastung angrenzender Komponenten
  • Zuverlässiger Betrieb auch unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen
  • Gute Integrationsfähigkeit in Fahrzeug- und Systemplattformen
  • Kundenspezifische Auslegung für OEM- und Projektanforderungen

Gerade in Anwendungen mit hohem Energieumsatz und begrenztem Bauraum sind flüssigkeitsgekühlte Bremswiderstände häufig die technisch und wirtschaftlich überzeugende Lösung.

Flüssigkeitsgekühlte Bremswiderstände eignen sich für zahlreiche Branchen und Einsatzfelder, insbesondere für:

  • eTrucks und eBusse
  • Hybrid- und Elektrofahrzeuge
  • Schienenfahrzeuge und Traktionssysteme
  • Marine- und Offshore-Anwendungen
  • Krane, Fördertechnik und industrielle Antriebe
  • Prüfstände und Energievernichtungssysteme

Überall dort, wo hohe Bremsenergien kontrolliert abgeführt werden müssen, liefern flüssigkeitsgekühlte Lösungen entscheidende Vorteile in Bezug auf Performance, Bauraum und Temperaturverhalten.

Je nach Anwendung und Systemdesign können unterschiedliche Kühlmedien verwendet werden, zum Beispiel:

  • Wasser
  • demineralisiertes Wasser
  • Wasser-Glykol-Gemische

Die Auswahl des geeigneten Kühlmediums hängt unter anderem von der Spannungslage, den Umgebungsbedingungen, der thermischen Anforderung und der Einbindung in den vorhandenen Kühlkreislauf ab.

In elektrischen Nutzfahrzeugen spielen Bauraum, Gewicht, Effizienz und thermische Stabilität eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig entstehen beim Bremsen hohe Energierückspeisungen, die sicher und zuverlässig beherrscht werden müssen.
Flüssigkeitsgekühlte Bremswiderstände lassen sich gezielt in bestehende Fahrzeugkühlkonzepte integrieren und bieten dadurch eine leistungsfähige Lösung für moderne eMobility-Plattformen. Besonders bei anspruchsvollen Fahrprofilen, wiederholten Bremszyklen und hohen Dauerlasten sind sie eine sinnvolle Ergänzung zum Gesamtsystem.

Die richtige Auslegung eines flüssigkeitsgekühlten Bremswiderstands hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere:

  • elektrische Leistung und Lastprofil
  • Widerstandswert
  • Nenn- und Spitzenspannung
  • Bremsdauer und Tastverhältnis
  • Kühlmedium und Durchflussbedingungen
  • Einbauraum und mechanische Schnittstellen
  • Umgebungsbedingungen und Schutzanforderungen
  • gewünschte Sensorik und Überwachung

Eine präzise technische Auslegung ist entscheidend, damit der Bremswiderstand optimal zum Gesamtsystem passt und dauerhaft zuverlässig arbeitet.

In vielen Anwendungen müssen Bremswiderstände unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig funktionieren – etwa bei Vibration, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen oder Schmutzbelastung. Deshalb sind Gehäusedesign, verwendete Materialien, Schutzart und optionale Sensorik wichtige Auswahlkriterien.
Je nach Anforderung können Lösungen mit robuster Konstruktion, hoher Beständigkeit und zusätzlicher Temperaturüberwachung sinnvoll sein. Dadurch lassen sich Betriebssicherheit, Lebensdauer und Systemschutz gezielt verbessern. 

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